Szenarienbasierte CO2-Kostenanalyse Wohnquartier in Berlin
Im Rahmen der Ankaufsberatung für das Wohnquartier „Marienhöfe “ im Süden Berlins wurde eine szenarienbasierte Analyse der potenziellen CO₂-Kosten durchgeführt.
Das Quartier umfasst mehr als zehn Gebäude und soll über eine neu errichtete Wärmetrasse mit Abwärme aus einem benachbarten Rechenzentrum versorgt werden. Die Inbetriebnahme der ersten Gebäude ist für Oktober 2027 vorgesehen.
Da der Zeitplan für die Fertigstellung der rund 2,5 Kilometer langen Wärmepipeline kritisch ist, wurde geprüft, ob im Übergangszeitraum 2027 bis 2029 eine Interimsversorgung erforderlich sein könnte. Diese würde auf einem fossilen Brennstoffmix basieren, der im betrachteten Fall zu 35 Prozent auf Erdgas und zu 65 Prozent auf Biomethan ausgelegt ist. Der daraus entstehende CO₂-Ausstoß unterliegt dem Europäische Emissionshandelssystem 2 (EU-ETS 2, Stand 07/25), wodurch die Kosten vollständig bei der Eigentümerin verbleiben.
Für die Bewertung wurden drei Verbrauchsszenarien nach GEG herangezogen sowie unterschiedliche Marktpreisprognosen, unter anderem BloombergNEF. Die Ergebnisse flossen in die Kaufvertragsverhandlungen und in die wirtschaftliche Planung ein. Gleichzeitig bestätigen sie die Bedeutung einer fristgerechten Fertigstellung der Abwärmeleitung, da mit dem regulären Betrieb ausschließlich erneuerbare Energie aus dem Rechenzentrum eingesetzt wird und somit keine CO₂-Kosten für die Eigentümerin unter dem ETS-II-System entstehen.
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